Zeitleiste der griechischen Mythologie
Der griechische Mythos hat seine eigene innere Chronologie — einen weiten Bogen von der Geburt des Kosmos bis zum Ende des Heldenzeitalters. Folgen Sie den großen Ereignissen der Reihe nach.
Die Reihenfolge folgt Hesiods Theogonie für die kosmogonischen Ereignisse und dem konventionellen Epenzyklus für das Heldenzeitalter. Wo Quellen sich widersprechen, folgen wir der am häufigsten zitierten Abfolge.
Ära I — Der Kosmos erwacht
Das Chaos entsteht
Vor allem anderen ist nur das Chaos — die formlose, gähnende Leere, aus der alle späteren Wesen hervorgehen. Hesiod nennt es das allererste Ding, das je existierte.
Geburt der Urgottheiten
Aus dem Chaos entstehen Gaia (die Erde), Tartaros (der Abgrund), Eros (das Begehren), Erebos (die Finsternis) und Nyx (die Nacht). Sie sind die elementaren Kräfte, die alles spätere Werden möglich machen.
Gaia bringt Himmel, Meer und Berge hervor
Gaia bringt Uranos (den gestirnten Himmel) als ihren ebenbürtigen Gefährten hervor, dann Pontos (das Meer) und die Ourea (die Berge). Die Welt nimmt Gestalt an.
Geburt der zwölf Titanen
Aus der Verbindung von Gaia und Uranos gehen die zwölf Titanen hervor — Kronos, Rhea, Okeanos, Hyperion, Themis, Mnemosyne und die übrigen — zusammen mit den Kyklopen und den Hekatoncheiren.
Ära II — Herrschaft der Titanen
Kronos stürzt Uranos
Uranos sperrt seine ungeheuren Kinder im Inneren Gaias ein. Aus Rache gibt Gaia Kronos eine Sichel. Er entmannt seinen Vater und ergreift den Thron — die erste göttliche Thronfolge.
Das Goldene Zeitalter der Titanen
Unter Kronos leben die Sterblichen ohne Mühe und Leid. Hesiod beschreibt diese Epoche als das verlorene Paradies der Menschheit — ein Frieden, der die nächste Thronfolge nicht überdauern wird.
Kronos verschlingt seine Kinder
Gewarnt, dass eines seiner eigenen Kinder ihn stürzen wird, verschlingt Kronos jeden neugeborenen Gott, sobald Rhea ihn zur Welt bringt — Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon, alle gefangen im Inneren ihres Vaters.
Rhea verbirgt den Säugling Zeus
Rhea schmuggelt das Baby Zeus nach Kreta und gibt Kronos stattdessen einen in Windeln gewickelten Stein. Zeus wächst im Verborgenen auf dem Berg Ida auf, aufgezogen von Nymphen und der Ziege Amalthea.
Ära III — Krieg der Götter
Die Titanomachie
Erwachsen geworden, befreit Zeus seine verschlungenen Geschwister und führt zehn Jahre lang Krieg gegen die Titanen. Mit den Donnerkeilen der Kyklopen siegen die Olympier und werfen die Titanen in den Tartaros.
Aufteilung des Kosmos
Zeus, Poseidon und Hades losen aus, um die Welt zu verteilen. Zeus erhält den Himmel, Poseidon das Meer, Hades die Unterwelt. Die Erde und der Olymp bleiben allen gemeinsam.
Prometheus stiehlt das Feuer für die Sterblichen
Der Titan Prometheus überlistet Zeus bei einem Opfer, stiehlt dann das Feuer vom Olymp und gibt es den Menschen. Zeus kettet ihn an einen Felsen, wo ein Adler täglich seine Leber frisst.
Pandora öffnet das Gefäß
Zur Strafe für Prometheus' Diebstahl lässt Zeus die erste Frau, Pandora, formen und mit einem versiegelten Gefäß zu den Sterblichen schicken. Neugier öffnet es; alles Übel der Welt fliegt heraus — nur die Hoffnung bleibt drinnen.
Die Gigantomachie
Gaia, erzürnt über die Gefangenschaft ihrer Titanenkinder, lässt die Giganten gegen die Olympier aufstehen. Die Götter können nur mit der Hilfe eines Sterblichen siegen — Herakles — und damit beginnt das Heldenzeitalter.
Ära IV — Zeitalter der Helden
Das Heldenzeitalter beginnt
Götter zeugen Kinder mit sterblichen Frauen und bringen so Halbgötter von außergewöhnlicher Fähigkeit hervor. Perseus, Theseus, Herakles, Bellerophon, Atalante — die Welt füllt sich mit Helden.
Die zwölf Arbeiten des Herakles
Von Hera in den Wahnsinn getrieben und gezwungen, König Eurystheus zu dienen, vollbringt Herakles zwölf unmögliche Aufgaben — vom Nemeischen Löwen bis zu Kerberos — und gewinnt die Unsterblichkeit unter den Göttern.
Die Fahrt der Argonauten
Jason versammelt eine Mannschaft von Helden — Herakles, Orpheus, Atalante, die Dioskuren — und segelt mit der Argo nach Kolchis, um das Goldene Vlies zu erringen. Die erste große Quest der Erzählung.
Der Trojanische Krieg
Helena wird von Sparta nach Troja entführt. Die Griechen belagern die Stadt zehn Jahre lang. Achilleus, Hektor, Odysseus, Aias und die Götter selbst werden hineingezogen. Troja fällt schließlich durch das Hölzerne Pferd.
Die Heimkehr des Odysseus
Odysseus verbringt zehn Jahre damit, von Troja heimzusegeln, übersteht den Kyklopen, die Sirenen, Kirke und die Unterwelt. Seine Rückkehr nach Ithaka schließt das Heldenzeitalter — die Götter ziehen sich aus den Angelegenheiten der Sterblichen zurück.
Der griechische Mythos ist keine Geschichte — es gibt kein festes v.-Chr.-Datum. Die hier gezeigte Reihenfolge ist die innere Chronologie, die schon die antiken Dichter selbst verwendeten.